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Margot Luf – SkulpTur und Farbe…..

 

Wenn ich auf meine künstlerische Arbeit zurückblicke, fällt mir auf, dass immer Phasen entstanden sind. Serien, welche vor allem durch die Wahl des Materials bestimmt waren. Jedes Material hatte für mich eine eigene Gesetzmäßigkeit. Immer war es ein Wechselspiel zwischen mir und dem Material.

Der grobe erdige Ton forderte mich zu einer reduzierten Bemalung – vorwiegend schwarz – auf. Es entstanden Stelen, kleinere Idolfiguren und „Side by side“-Terrakotten. Die Skulpturen sind aus Tonplatten hohl aufgebaut und haben somit tektonischen Charakter. Durch Bemalung und Farbe kann man Formen trennen, verbinden, fassen, klären, aber auch zerstören.

Eine andere Serie entstand aus unscheinbaren, für mich reizvollen Hölzern, oft in Kombination mit anderen Materialien. Durch Bemalung mit Farbe erhielten die Hölzer neues Leben.

Oder: Chinesisches Plisseepapier aus Containern in Chinatown, Seidenpapier, Pappe, Bitumen – jedes Material reizte mich zur entsprechenden „Behandlung“: Bemalen, Bespritzen, mit Fingern bemalen, Stechen, Schneiden, Ritzen, Bekleben…

Meine Bronzen sind meistens bemalt. Manchen Menschen tut es leid, wenn die Bronze ganz unter der Farbe verschwindet. Für mich spricht die glatte, schwere Oberfläche der Bronze durch die Farbe hindurch, anders als z.B. bei Blech. Meine Bronzen sind selten „aus einem Guss“, sie sind aus gegossenen Einzelteilen zusammengeschweißt und gewissermaßen skulptural in die Luft geformte „Collagen“, meist Unikate.

Ich liebe Farben und Formen. Farbe und Form erzeugen in uns Gefühle, lösen Empfindungen aus.

Das „Es“, welches der Künstler aus seinen eigenen Tiefen herausschält in seiner Arbeit, ist wohl eine Übersetzung seiner Wahrnehmung der Welt.

Inwieweit man als Künstler an eine allgemein gültige Wahrheit rührt, zeigt sich in der Stärke oder Schwäche seiner Kunstwerke. Darin liegt wohl das Geheimnis der Kunst: ein unsichtbares Schwingen des Werkes zum Betrachter, ein unfassbares Berührtsein.

Margot Luf